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Alles was Recht ist
In jeder Ausgabe der g+g bespricht Rechtsanwalt Dr. Patrick M. Lissel regelmäßig gerichtliche Entscheidungen aus dem Bereich der Gynäkologie und Geburtshilfe.
Alles was Recht ist:
Aufklärung über einen HIV-Test
Ein operativ tätiger Gynäkologe musste sich vor dem Ober -
landesgericht Karlsruhe verantworten. Ihm wurde vorgeworfen,
seine Patientin nicht über die präoperative Durchführung eines
HIV-Tests aufgeklärt zu haben.
Alles was Recht ist: Präoperative Sorgfaltspflichten des Operateurs:
Der Träger eines Krankenhauses musste sich vor dem
Oberlandesgericht Köln verantworten. Dem Chefarzt der
gynäkologischen Fachabteilung des Hauses wurden nach der
Durchführung einer prophylaktischen Mastektomie mehrere
Sorgfaltspflichtverstöße vorgeworfen.
Alles was Recht ist:
Dokumentation eines operativen Eingriffs
Ein Gynäkologe musste sich vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf
verantworten. Ihm wurde vorgeworfen, durch ein fehlerhaftes
operatives Vorgehen eine Darmverletzung verursacht und diese
intraoperativ nicht erkannt zu haben.
Alles was Recht ist:
Unterlassen pränataler Untersuchungen
Eine Patientin begehrte Prozesskostenhilfe für eine Klage gegen
ihre Gynäkologin. Sie warf ihrer Ärztin vor, trotz ihres ausdrücklichen
Wunsches weiterführende pränatale Untersuchungen
unterlassen zu haben.
Alles was Recht ist:
Aufklärung bei Schönheitsoperationen
Ein Gynäkologe musste sich vor dem Oberlandesgericht Naumburg
verantworten. Ihm wurde vorgeworfen, eine Patientin nicht über
das statistisch höhere Risiko von Wundheilungsstörungen bei
Rauchern aufgeklärt zu haben.
Alles was Recht ist:
HIV-Test während der Schwangerschaft
Ein Gynäkologe musste sich vor dem Landgericht München I
verantworten. Ihm wurde vorgeworfen, seiner Patientin während
deren Schwangerschaft fehlerhaft keinen HIV-Test angeboten
zu haben.
Alles was Recht ist:
Lagerungsschaden nach einer Hysterektomie
Ein niedergelassener Gynäkologe und der Träger eines Krankenhauses
mussten sich vor dem Landgericht Mainz verantworten.
Dem Frauenarzt und dem Krankenhauspersonal wurde vorgeworfen,
eine Patientin im Rahmen einer belegärztlich durchgeführten
Hysterektomie fehlerhaft gelagert zu haben.
Alles was Recht ist:
Unterlassene Befunderhebung
Ein niedergelassener Gynäkologe musste sich vor dem Landgericht
Göttingen verantworten. Ihm wurde vorgeworfen, nach
einer Mammografie bei bestehendem Tastbefund der Brust keine
weiterführende Diagnostik empfohlen zu haben.
Alles was Recht ist:
Anforderungen an die ärztliche Dokumentation
Ein Gynäkologe musste sich vor dem Landgericht Hannover verantworten.
Ihm wurde vorgeworfen, dass er eine Spirale falsch eingelegt
und dies bei der anschließenden Kontrolle nicht erkannt hatte.
Alles was Recht ist:
Unterlassene Befunderhebung
Ein Gynäkologe musste sich vor dem Oberlandesgericht Frankfurt
verantworten. Ihm wurde vorgeworfen, medizinisch gebotene Befunde
nicht erhoben zu haben.
Alles was Recht ist:
Aufklärung über eine Schnittentbindung
Der Betreiber einer Frauenklinik musste sich vor dem Oberlandesgericht München verantworten. Ihm wurden mehrere Versäumnisse eines bei ihm angestellten Gynäkologen vorgeworfen.
Alles was Recht ist:
Sorgfaltspflicht im Rahmen der pränatalen Diagnostik
Ein Gynäkologe musste sich vor dem Landgericht Gießen verantworten. Ihm wurde vorgeworfen, dass er die Fehlbildung des Kindes einer Patientin pränatal nicht erkannt hatte.
Alles was Recht ist:
Schweigepflicht bei minderjährigen Patientinnen
Eine Gynäkologin musste sich vor dem Landgericht Köln verantworten. Ihr wurde vorgeworfen, dass sie die Eltern ihrer minderjährigen Patientin nicht über deren bestehende Schwangerschaft informiert hatte.
Alles was Recht ist:
Dokumentation der Aufklärung über Behandlungsalternativen
Die Ehefrau eines Gynäkologen musste sich als Erbin ihres zwischenzeitlich verstorbenen Ehemannes vor dem Oberlandesgericht Nürnberg verantworten. Ihr wurde vorgeworfen, dass der Gynäkologe eine Schwangere nicht ausreichend über die in Betracht kommenden Entbindungsmethoden bei Beckenendlage
aufgeklärt hatte.
Alles was Recht ist:
Unterlassene Verlegung in ein Perinatalzentrum
Der Träger eines Krankenhauses und der Chefarzt der gynäkologisch-geburtshilflichen Abteilung mussten sich vor dem Oberlandesgericht Oldenburg verantworten. Ihnen wurde vorgeworfen, dass eine Schwangere trotz entsprechender Risiken nicht in ein Perinatalzentrum verlegt wurde.
Alles was Recht ist:
Umfang der ärztlichen Aufklärungspflicht
Ein Gynäkologe musste sich vor dem Oberlandesgericht Köln verantworten. Ihm wurde vorgeworfen, dass er seine Patientin vor einer Operation nicht umfassend über die mit dem Eingriff verbundenen Risiken aufgeklärt hatte.
Alles was Recht ist:
Anforderungen an eine mutmaßliche Einwilligung
Ein Gynäkologe musste sich vor dem Oberlandesgericht Koblenz verantworten. Ihm wurde vorgeworfen, dass er bei seiner Patientin ohne vorherige Absprache eine Sterilisation durchgeführt hatte.
Alles was Recht ist:
Aufklärung bei Therapieverweigerung
Ein Gynäkologe und eine Hebamme mussten sich vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf wegen der Geburt eines schwer behinderten Kindes verantworten. Ihnen wurde vorgeworfen, sie hätten auf zunehmend kritische Abfälle der Herzfrequenz des Kindes nicht schnell und entschieden genug reagiert.
Alles was Recht ist:
Auswahl des gerichtlichen Sachverständigen
Eine Gynäkologin musste sich vor dem Amtsgericht einer großen Kreisstadt wegen einer angeblich nicht korrekt erfolgten Einlage eines Intrauterinpessars verantworten. Als problematisch erwies sich dabei die Auswahl eines geeigenten Sachverständigen.
Alles was Recht ist:
Aufklärungspflicht bei Behandlungsalternativen
Ein Gynäkologe musste sich vor dem Oberlandesgericht Zweibrücken verantworten. Ihm wurde vorgeworfen, dass er eine Patientin nicht ausreichend über die Behandlungsalternativen einer bevorstehenden Operation aufgeklärt hatte.
Alles was Recht ist:
Geburt zu spät eingeleitet
Eine Gynäkologin und eine Hebamme mussten sich vor dem Oberlandesgericht Koblenz wegen der Geburt eines behinderten Jungen verantworten. Ihnen wurde vorgeworfen, auf zunehmend kritische Abfälle der Herzfrequenz des Kindes nicht schnell genug reagiert zu haben, wodurch das Kind schwere Schädigungen erlitt.
Grenzen des Vertrauengrundsatzes
Ein Gynäkologe musste sich vor dem Oberlandesgericht Jena verantworten. Ihm wurde vorgeworfen, dass er sowie der hinzugezogenen Onkologe ein Mammakarzinom zu spät diagnostiziert hatten, weshalb seine Patientin in weiterer Folge verstarb.
Nichterkennen einer Eileiterschwangerschaft
Eine Gynäkologin musste sich vor dem Oberlandesgericht München verantworten. Ihr wurde vorgeworfen, eine Eileiterschwangerschaft nicht erkannt zu haben, wodurch es letztlich zum Verlust des linken Eileiters kam.
Organisationsverschulden eines niedergelassenen Gynäkologen
Vor dem Oberlandesgericht Hamm musste sich ein Gynäkologe wegen der Geburt eines schwer behinderten Kindes verantworten. Dem Kollegen wurde vorgeworfen, dass er kein ausreichendes Notfallmanagement für den Geburtsverlauf sicherstellen konnte.
Anforderungen an die fetale Gewichtsschätzung
Die obergerichtliche Rechtsprechung hat sich wiederholt mit Fragestellungen beschäftigt, die im Zusammenhang mit einer Schulterdystokie stehen. Eine aktuelle Entscheidung des OLG Stuttgart (Urteil vom 29.5.2007, Az. 1 U 28/07) verdient besondere Beachtung.